COREVANIX
  • Über uns
Sprechen wir
Mobile App

Mobile-App-DSGVO-Compliance 2026: Was jeder Entwickler wissen muss

DSGVO-Grundlagen für Mobile Apps, Consent-Management, IDFA-/GAID-Handling, Analytics-Tools und eine Audit-Checkliste für 2026, kompakt zusammengefasst.

COCorevanix Kft.25 March 202613 Min. Lesezeit
Mobile-App-DSGVO-Compliance 2026: Was jeder Entwickler wissen muss

Consent- und Datenverarbeitungsprozess

  1. 01

    Granulare Einwilligung

    Ein Opt-in pro Zweck, nie gebündelt. ATT unter iOS, Laufzeitberechtigung unter Android 13+, Audit-Trail in Postgres.

  2. 02

    Analytics standardmäßig deaktiviert

    Firebase und Mixpanel starten deaktiviert. Aktivierung erst nach Einwilligung, mit IP-Anonymisierung und Speicherung in der EU-Region.

  3. 03

    User-Rights-API

    Kontolöschung, Datenexport nach Art. 15 und Widerruf der Einwilligung – alles direkt in der App. Endgültige Löschung 30 Tage nach der Anfrage.

  4. 04

    Store-Compliance

    App Store Privacy Nutrition Label und Google Play Data Safety Form, abgestimmt auf eine aktive Datenschutzerklärungs-URL.

Die DSGVO trat 2018 in Kraft und ist 2026 auch auf dem ungarischen Markt für jede Mobile App eine Grundvoraussetzung. Die Bußgelder können bis zu 4 % des Jahresumsatzes betragen — für ein KMU kann das existenzbedrohend sein. Dieser Artikel behandelt die häufigsten Compliance-Lücken anhand konkreter Code-Beispiele und geht auch auf die Privacy-Updates von 2024–2026 (Apple ATT, Google Privacy Sandbox) ein.

Dieser Leitfaden ersetzt keine Rechtsberatung — eine DPIA (Data Protection Impact Assessment) oder die Konsultation eines DPO (Data Protection Officer) ist bei jedem komplexen Projekt Pflicht. Die folgenden Best Practices für Entwickler sind hier jedoch übersichtlich zusammengefasst.

DSGVO-Grundlagen im mobilen Kontext

Die DSGVO bezieht sich auf personenbezogene Daten — alles, womit sich eine Person identifizieren lässt. Auf mobilen Geräten kann das Folgendes umfassen:

  • E-Mail, Telefonnummer, Name
  • Standort (GPS, Funkzellen- oder Wi-Fi-Triangulation)
  • Geräte-ID (IDFA, GAID, Android-ID, IMEI, MAC-Adresse)
  • IP-Adresse (ja, auch die IP-Adresse gilt laut DSGVO als personenbezogenes Datum)
  • App-Nutzungsanalytik (kann anonymisiert sein, ist es aber oft nicht)
  • Push-Token (kann direkt ein Gerät und damit einen Nutzer identifizieren)
  • Browser-Fingerprint
  • Biometrische Daten (Face ID, Touch ID — selbst wenn sie nur lokal und nicht serverseitig verarbeitet werden)

Die 6 Grundprinzipien

Artikel 5 der DSGVO schreibt sechs Grundprinzipien vor. Jedes davon muss ausdrücklich eingehalten werden:

  1. Rechtmäßigkeit — jede Datenverarbeitung braucht eine Rechtsgrundlage (Einwilligung, Vertrag, rechtliche Verpflichtung, lebenswichtiges Interesse, öffentliche Aufgabe, berechtigtes Interesse)
  2. Zweckbindung — Daten dürfen nur für den erklärten Zweck verwendet werden
  3. Datenminimierung — nur so viele Daten erheben, wie nötig sind
  4. Richtigkeit — die Daten müssen korrekt sein
  5. Speicherbegrenzung — nur so lange speichern, wie es erforderlich ist
  6. Integrität und Vertraulichkeit — sichere Speicherung, Verschlüsselung

Die 8 Nutzerrechte

Gemäß Artikel 12–22 hat der Nutzer ein Recht auf:

  1. Information (Artikel 13–14)
  2. Auskunft (Artikel 15 — Subject Access Request, SAR)
  3. Berichtigung (Artikel 16)
  4. Löschung (Artikel 17 — „Recht auf Vergessenwerden")
  5. Einschränkung der Verarbeitung (Artikel 18)
  6. Datenübertragbarkeit (Artikel 20)
  7. Widerspruch (Artikel 21)
  8. Befreiung von automatisierten Entscheidungen (Artikel 22)

All diese Rechte müssen in der App umsetzbar sein. Das „Recht auf Löschung" bedeutet nicht, dass es per E-Mail beantragt werden kann — in der App muss dafür eine Schaltfläche vorhanden sein.

Consent-Management im Detail

Eine Einwilligung muss vier Anforderungen erfüllen: freiwillig, spezifisch, informiert, unmissverständlich. Eine einzige „Ich stimme den Bedingungen zu"-Checkbox ist nicht DSGVO-konform — für jeden spezifischen Verarbeitungszweck ist eine eigene Einwilligung nötig.

Das Update 2024–2026 — granulare Einwilligung

Die EDPB-Leitlinien (European Data Protection Board) von 2024 haben das Verbot der „gebündelten Einwilligung" ausdrücklich verschärft. Ein einziger „Ich stimme zu"-Button für alles reicht nicht mehr aus.

NICHT DSGVO-konform:
☐ Ich akzeptiere die Nutzungsbedingungen, die Datenschutzerklärung,
   das Analytics-Tracking, Marketing-E-Mails und Push-Benachrichtigungen.

DSGVO-konform:
☐ Ich akzeptiere die Nutzungsbedingungen (Pflicht)
☐ Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung (Pflicht)
☐ Ich erlaube das Analytics-Tracking (optional)
☐ Marketing-E-Mail-Kommunikation (optional)
☐ Push-Benachrichtigungen (optional)

iOS App Tracking Transparency (ATT)

Das Google- und Apple-Update von 2024 hat die Tracking-Einwilligung verschärft. Seit iOS 14.5+ ist für jede Tracking-Datennutzung ein ATT-Prompt erforderlich:

import AppTrackingTransparency
import AdSupport

func requestTrackingPermission(completion: @escaping (Bool) -> Void) {
    if #available(iOS 14, *) {
        ATTrackingManager.requestTrackingAuthorization { status in
            switch status {
            case .authorized:
                // Tracking erlaubt, IDFA verfügbar
                let idfa = ASIdentifierManager.shared().advertisingIdentifier
                completion(true)
            case .denied, .restricted, .notDetermined:
                // Kein Tracking, IDFA = 00000000-0000-0000-0000-000000000000
                completion(false)
            @unknown default:
                completion(false)
            }
        }
    } else {
        completion(true) // iOS < 14 — kein ATT
    }
}

Ein „Purpose-Blocking"-UI (der Nutzer kommt erst weiter, wenn er zustimmt) ist NICHT DSGVO-konform — es ist anfechtbar. Die Einwilligung muss für die Kernfunktionalität optional bleiben.

Android Privacy Sandbox

Seit Android 14+ führt die Privacy-Sandbox-Initiative eine Einschränkung des IDFA-ähnlichen Trackings ein. Die GAID (Google Advertising ID) wird 2026 deprecated, an ihre Stelle treten die Topics API und die Attribution Reporting API.

// Ab 2026 deprecated, nur noch als Fallback
val client = AdvertisingIdClient.getAdvertisingIdInfo(context)
if (client.isLimitAdTrackingEnabled) {
    // GAID nicht verfügbar — Nutzer hat sich abgemeldet
}

Die Privacy-Sandbox-APIs (Topics, Attribution Reporting) sind aus DSGVO-Sicht eindeutiger — die aggregierten Daten werden anonymisiert über Unternehmen hinweg vermittelt.

Mehrstufiger Consent-Flow

Als Best Practice gilt 2026: eine gestufte Einwilligung, bei der jeder Verarbeitungszweck einzeln entschieden wird.

type ConsentChoice = {
  essential: boolean;        // Immer true, keine Wahl
  analytics: boolean;
  marketing: boolean;
  third_party: boolean;
};

async function showConsentFlow(): Promise<ConsentChoice> {
  // Schritt 1: Intro-Screen mit Zusammenfassung der Datenschutzerklärung
  await showPrivacyPolicySummary();
  
  // Schritt 2: Granulare Einwilligung
  const choices = await showGranularConsentScreen();
  
  // Schritt 3: Einwilligung speichern
  await db.consents.upsert({
    user_id: getUserId(),
    timestamp: new Date(),
    choices,
    ip: getClientIp(),  // für das Audit
    user_agent: getUserAgent(),
  });
  
  return choices;
}

Tipp: Die Consent-Speicherung ist selbst ein personenbezogenes Datum — sicher speichern, mit Audit-Trail. Die NAIH (Nemzeti Adatvédelmi és Információszabadság Hatóság, die ungarische Datenschutzbehörde) fragt genau das bei ihren Prüfungen explizit ab.

IDFA, GAID und Alternativen

IDFA (iOS)

  • Nur nach ATT-Einwilligung verfügbar
  • Durchschnittliche Opt-in-Rate seit 2024 ~25 %
  • Bei „Nein": IDFA = 00000000-0000-0000-0000-000000000000

GAID (Android)

  • 2026 noch verfügbar, aber deprecated
  • Der Nutzer kann sie unter Einstellungen → Datenschutz → Werbung deaktivieren
  • Wird voraussichtlich bis 2027 vollständig verschwinden

Alternative Attribution

Wenn Werbeattribution benötigt wird, sollten alternative Lösungen genutzt werden:

iOS:

  • SKAdNetwork (SKAN) — Apples aggregiertes Attribution-Framework. Keine IDFA, aber aggregierte Conversion-Daten.
  • Apple Search Ads Attribution API — Apple-spezifische Paid-Acquisition-Lösung.

Android:

  • Privacy Sandbox Attribution Reporting API — das Google-Äquivalent.
  • App Set ID — eine ID auf Installationsebene für eine Publisher-App-Gruppe.

Compliance auf Provider-Ebene

Provider DSGVO-freundlich standardmäßig Maßnahme
Firebase Analytics Nein IP-Erfassung deaktivieren, ID anonymisieren
Mixpanel Teilweise EU-Residency per Opt-in, Datenaufbewahrung 30 Tage
Amplitude Teilweise EU-Residency, Tracking anonymisieren
Segment Teilweise Datenresidenz standardmäßig USA
PostHog (Self-Hosted) Ja Volle Kontrolle auf eigenem Server
Plausible Ja Cookielos, EU-Hosting

Analytics-Tools — Privacy-First-Stack

Standard-Analytics-Provider (Firebase Analytics, Mixpanel) sind von Haus aus nicht DSGVO-konform — sie protokollieren die IP-Adresse, erfassen die Geräte-ID und speichern die Daten auf US-Servern.

DSGVO-freundliche Alternativen

Web-Analytics:

  • Plausible — cookieloses Web-Analytics, EU-Server (Frankfurt), 9–69 $/Monat
  • Fathom — ähnlich, mit EU-Servern
  • Umami — Open Source, selbst hostbar

Mobile- und Web-Event-Tracking:

  • PostHog (Self-Hosted) — Event-Tracking auf eigenem Server, kostenlos
  • Matomo Cloud (EU) — Google-Analytics-ähnlich, EU-Hosting
  • Mixpanel EU-Residency — per Opt-in, teurer

Firebase-Einrichtung DSGVO-konform

Wenn Firebase Analytics verwendet wird (weil es bereits im Stack vorhanden ist):

// Android Firebase Analytics — erst nach Einwilligung
class FirebaseAnalyticsManager(private val context: Context) {
    
    fun configure(consent: Boolean) {
        FirebaseAnalytics.getInstance(context).setAnalyticsCollectionEnabled(consent)
        
        // IP-Anonymisierung (standardmäßig aus, muss aktiviert werden)
        // Hinweis: Firebase stellt dies nicht direkt zur Verfügung, muss über die Konsole konfiguriert werden
        
        // Datenaufbewahrung: 2 Monate (Minimum) in der Konsole
    }
    
    fun userOptOut() {
        // Analytics-ID zurücksetzen
        FirebaseAnalytics.getInstance(context).resetAnalyticsData()
        FirebaseAnalytics.getInstance(context).setAnalyticsCollectionEnabled(false)
    }
}
// iOS Firebase Analytics
import FirebaseAnalytics

class FirebaseAnalyticsManager {
    
    func configure(consent: Bool) {
        Analytics.setAnalyticsCollectionEnabled(consent)
        // Die Einwilligung muss in manchen Fällen VOR FirebaseApp.configure() vorliegen
    }
    
    func userOptOut() {
        Analytics.resetAnalyticsData()
        Analytics.setAnalyticsCollectionEnabled(false)
    }
}

Datenspeicherung und Aufbewahrung

DSGVO-Grundsatz: nur so lange speichern, wie es notwendig ist.

Konkrete Aufbewahrungsregeln

Datentyp Maximale Aufbewahrung Begründung
Aktives Nutzerkonto Solange aktiv Leistungserbringung
Inaktives Nutzerkonto 2–3 Jahre Reaktivierungspotenzial
Analytics-Events 14 Monate (GA4-Standard) Langzeitanalyse
Crash-Logs 90 Tage Kontext für Bugfixes
Push-Token Solange das Konto aktiv ist Leistungserbringung
Marketing-E-Mail-Opt-ins Solange das Opt-in aktiv ist Einwilligung
Audit-Logs (Sicherheit) 1–3 Jahre Rechtliche Verpflichtung
Finanztransaktionen 8 Jahre (ungarisches Recht) Steuerrecht

Kaskadierende Löschung

-- Soft-Delete des Nutzers: DSGVO Artikel 17
UPDATE users 
SET 
    email = 'deleted-' || id || '@anon.local',
    name = 'Deleted User',
    phone = NULL,
    address = NULL,
    deleted_at = NOW()
WHERE id = $1;

-- Kaskade
DELETE FROM push_tokens WHERE user_id = $1;
DELETE FROM analytics_events WHERE user_id = $1 AND event_type != 'aggregated';
DELETE FROM session_logs WHERE user_id = $1;

-- Audit-Log der Löschung (aus rechtlichen Gründen aufbewahrt)
INSERT INTO gdpr_audit_log (user_id, action, timestamp, ip, reason)
VALUES ($1, 'erasure_request', NOW(), $2, 'user_initiated');

Backup-Aspekt

Gelöschte Nutzerdaten dürfen nicht jahrelang in Backups erhalten bleiben. Auch die Backup-Aufbewahrung fällt unter den Anwendungsbereich der DSGVO.

Best Practice:

  • Tägliche Backups: 30 Tage Aufbewahrung
  • Wöchentliche Backups: 90 Tage Aufbewahrung
  • Monatliche Backups: 1 Jahr Aufbewahrung

Auch die Backups müssen die Löschung widerspiegeln — ein „vergessener Nutzer" muss innerhalb von 30–90 Tagen auch aus den Backups entfernt werden.

Datenschutzerklärung und Impressum

Datenschutzerklärung — Pflichtinhalte

Die Datenschutzerklärung ist keine Vorlage von der Stange. Sie muss mindestens Folgendes enthalten:

  1. Identifikation des Verantwortlichen — Firmenname, Sitz, Steuernummer, DPO-Kontakt (falls vorhanden)
  2. Erhobene Datentypen — genau, kategorisiert
  3. Zweck der Verarbeitung — für jeden Zweck eine eigene Rechtsgrundlage
  4. Aufbewahrungsfristen — nach Datentyp
  5. Drittanbieter — Firebase, Sentry, Mixpanel, OneSignal usw. — eine genaue Liste
  6. Datenübermittlung außerhalb der EU (falls vorhanden) — Standard Contractual Clauses (SCC)
  7. Nutzerrechte — alle 8 Rechte im Detail, mit einer Anleitung zur Ausübung
  8. Cookie-/Tracker-Richtlinie (falls auch eine Website existiert)
  9. Änderungshistorie — wann sich was geändert hat
  10. Kontakt — E-Mail für datenschutzbezogene Fragen

Ungarische Besonderheit — Impressum

Die ungarischen Website-Vorschriften schreiben ein Impressum verpflichtend vor:

  • Firmenname
  • Sitz (vollständige Adresse)
  • Handelsregisternummer
  • Steuernummer
  • E-Mail
  • (Telefon — optional, aber empfohlen)

Die URL-Frage

Die URL der Datenschutzerklärung und des Impressums muss sowohl in der App Store Connect als auch in der Google Play Console eingetragen werden. Vor dem Launch aktivieren — die Review scheitert häufig daran, dass die Privacy-URL nicht erreichbar ist.

Die Audit-Checkliste

Vor der Store-Einreichung sollte Folgendes überprüft werden:

Datenschutz & rechtliche Aspekte

  • Die URL der Datenschutzerklärung funktioniert, auf Ungarisch und Englisch
  • Das Impressum ist innerhalb der App erreichbar (Einstellungen → Über die App)
  • Consent-Prompt vor jeder Tracking-Funktion (ATT unter iOS, Firebase unter Android)
  • Granulare Einwilligung (ohne Bündelung)
  • Analytics startet standardmäßig deaktiviert, Aktivierung erst nach Einwilligung
  • EU-Server/EU-Region als Datenspeicherort bei allen Drittanbietern
  • DPA (Data Processing Agreement) mit allen Drittanbietern unterzeichnet (Firebase, OneSignal, Sentry, AWS usw.)

Nutzerrechte

  • Die Funktion zur Löschung des Nutzerkontos funktioniert (Kontolöschung in der App, < 5 Klicks)
  • Datenexport-Funktion (DSGVO Artikel 15 — Auskunftsrecht)
  • Consent-Widerruf-Button in den Einstellungen
  • Abmeldelink für Marketing-E-Mails in jeder E-Mail

Backend

  • Backend-Logs sind PII-frei oder werden innerhalb von 90 Tagen gelöscht
  • Verschlüsselung der Datenbank im Ruhezustand (Encryption at Rest)
  • Backup-Verschlüsselung + Aufbewahrungsrichtlinie
  • Audit-Log für sicherheitsrelevante Vorgänge

Store-Einreichung

  • App Store Privacy Nutrition Label ausgefüllt
  • Google Play Data Safety Form ausgefüllt, korrekt
  • Cookie-Banner auf dem Web-Portal (falls eine begleitende Website existiert)
  • Kinderdatenschutz (COPPA) — falls die App auch von unter 13-Jährigen genutzt werden kann

Achtung: Das App Store Privacy Nutrition Label und die Google Play Data Safety Form sind nicht identisch mit der Datenschutzerklärung. Sie müssen die Datenverarbeitung separat widerspiegeln — Inkonsistenzen führen häufig zur Ablehnung.

Implementierung der Kontolöschung

Apple verlangt seit 2022 die Funktion „Kontolöschung in der App". Der Stand der Technik 2026:

UX-Flow

Einstellungen → Konto → Konto löschen
  ↓
Bestätigungsbildschirm:
  "Sind Sie sicher? Dies kann nicht rückgängig gemacht werden.
   Ihre Daten werden innerhalb von 30 Tagen gelöscht."
  ↓
Erneute Authentifizierung (Passwort / Face ID)
  ↓
Bestätigungs-E-Mail wird gesendet
  ↓
Konto zur Löschung markiert
  (für endgültige Löschung in 30 Tagen eingeplant)

Backend-Implementierung

async function requestAccountDeletion(userId: string) {
  // Schritt 1: Zur Löschung markieren
  await db.users.update(userId, {
    deletion_requested_at: new Date(),
    deletion_scheduled_at: new Date(Date.now() + 30 * 24 * 60 * 60 * 1000),
  });
  
  // Schritt 2: Bestätigungs-E-Mail senden
  await emailService.send(userId, 'account_deletion_requested');
  
  // Schritt 3: Im Audit-Log protokollieren
  await db.gdprAuditLog.create({
    user_id: userId,
    action: 'erasure_requested',
    timestamp: new Date(),
  });
  
  // Schritt 4: Endgültige Löschung einplanen (Cron-Job)
  // (separater Prozess, läuft täglich, führt 30 Tage alte Anfragen aus)
}

async function executeScheduledDeletion() {
  const due = await db.users.findMany({
    deletion_scheduled_at: { lte: new Date() },
    deletion_completed_at: null,
  });
  
  for (const user of due) {
    await performHardDelete(user.id);
  }
}

Eine 30-tägige „Karenzzeit" ist sinnvoll — der Nutzer kann es sich noch anders überlegen, und im Backend erfolgt die Löschung dadurch kontrolliert und sicher.

Datenexport — Umsetzung von Artikel 15

async function exportUserData(userId: string): Promise<UserDataExport> {
  const user = await db.users.findById(userId);
  const sessions = await db.sessions.findByUserId(userId);
  const events = await db.analyticsEvents.findByUserId(userId);
  const consents = await db.consents.findByUserId(userId);
  
  return {
    exported_at: new Date(),
    user_profile: user,
    sessions: sessions,
    analytics_events: events,
    consents_history: consents,
  };
}

Das Exportformat ist JSON oder CSV. Es wird als ZIP komprimiert und per E-Mail-Link zugestellt. Kein In-App-Download — Sicherheitsrisiko.

NAIH und ungarische Besonderheiten

Die Nemzeti Adatvédelmi és Információszabadság Hatóság (NAIH) ist die ungarische Datenschutz-Aufsichtsbehörde. Der Bußgeld-Trend zeigt seit 2024 nach oben — ein durchschnittliches NAIH-Bußgeld im KMU-Segment ist von 1–5 Mio. HUF auf 5–20 Mio. HUF gestiegen.

Häufige NAIH-Schwerpunkte 2024–2026

  1. Marketing-E-Mails ohne Einwilligung — ein direktes Warnsignal
  2. Verweigerung der Datenübertragbarkeit — Versäumnis bei Artikel 20
  3. Zu lange Aufbewahrung — Excel-Exporte mit Nutzerdaten über 5+ Jahre
  4. Datenübermittlung außerhalb der EU — ohne SCC
  5. Vermischung der Rollen von Verantwortlichem und Auftragsverarbeiter — wer im Vertrag wer ist

DPO-Pflicht

Ein KMU ist verpflichtet, einen DPO zu benennen, wenn:

  • es eine Behörde ist oder eine öffentliche Aufgabe wahrnimmt
  • seine Kerntätigkeit in großem Umfang regelmäßige und systematische Überwachung umfasst
  • seine Kerntätigkeit in großem Umfang die Verarbeitung besonderer Datenkategorien umfasst

Auf die meisten KMU-Apps trifft das NICHT zu — es lohnt sich aber, dies bereits in der Discovery-Phase mit einem DSGVO-Berater zu klären.

Offizielle Dokumente und weiterführende Lektüre

  • Vollständiger DSGVO-Text (Eur-Lex) — das Grunddokument
  • EDPB-Leitlinien — Leitfaden auf europäischer Ebene
  • NAIH-Leitfäden auf Ungarisch — nationale Auslegung
  • Apple App Privacy — offizieller Leitfaden
  • Google Play Data Safety — offizieller Leitfaden
  • Mozilla Privacy by Design — praxisnahe Einführung

Verwandte Artikel von uns: App Store & Play Store Deployment 2026 — DSGVO-Checklisten auf Store-Submission-Ebene. Push-Benachrichtigungen richtig implementieren — Einwilligung und Push-Permission-Flow. React Native vs. Native 2026 — Privacy-Flow für beide Plattformen.

Fazit

DSGVO auf Mobile ist keine einmalige Compliance-Aufgabe, sondern ein fortlaufender Prozess. Jedes neue Feature bedeutet eine neue Einwilligung und eine aktualisierte Datenschutzerklärung. Mit gutem UX steigt auch die Consent-Rate (35–45 % bei ATT unter iOS statt der Baseline von 25 %).

Die über 20 Punkte der Audit-Checkliste sind vor dem Launch verpflichtend. Ein NAIH-Bußgeld zu vermeiden ist schlicht mehr wert, als der Aufwand der Einrichtung an Zeit kostet.

Wenn Sie ein Mobile-App-Projekt planen, sprechen wir in der Discovery-Phase immer auch die DSGVO-Checkliste durch — die meisten Verzögerungen vor dem Launch entstehen genau hier. Besprechen wir die Details in einem 30-minütigen Gespräch. Bereits im Audit der ersten Woche können wir oft die 2–3 wichtigsten Lücken benennen, die vor dem Launch behoben werden.

Tags
  • #GDPR
  • #Privacy
  • #Mobile
  • #Compliance
  • #Data Protection
TeilenLinkedInX

Über den Autor

CO

Corevanix Kft.

Technologiepartner

Technologiepartner aus Budapest — SAP/ERP-Integration, Webentwicklung, KI-Automatisierung und Mobile-App-Entwicklung. Wir arbeiten in der eigenen Umgebung des Kunden, und der ausgelieferte Code gehört vollständig dem Kunden.

Planen Sie ein Projekt?

Sprechen wir in einem 30-minütigen Gespräch.

Termin buchenE-Mail senden

Ähnliche Artikel

  • React Native vs. Native (Swift/Kotlin) im Jahr 2026: Wann wählen Sie was?
    Mobile App

    React Native vs. Native (Swift/Kotlin) im Jahr 2026: Wann wählen Sie was?

    Performance-Benchmarks, Developer Experience, Ecosystem und 5 Use-Case-Empfehlungen. Entscheiden Sie sich fundiert zwischen React Native und Native.

    15 April 202612 Min. Lesezeit
    Weiterlesen
  • App Store & Play Store Deployment 2026: Der komplette Leitfaden für neue Entwickler
    Mobile App

    App Store & Play Store Deployment 2026: Der komplette Leitfaden für neue Entwickler

    Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Deployment im iOS App Store und Google Play Store: Konten, Zertifikate, Review-Prozess und Fastlane-Automatisierung.

    8 April 202614 Min. Lesezeit
    Weiterlesen
  • Push-Benachrichtigungen richtig implementieren: 10 Fehler, die Sie vermeiden sollten
    Mobile App

    Push-Benachrichtigungen richtig implementieren: 10 Fehler, die Sie vermeiden sollten

    Push-Benachrichtigungen zählen zu den stärksten Retention-Tools – oder zu den häufigsten Gründen für eine Deinstallation. 10 Fehler, richtig umgesetzt mit Code.

    2 April 202613 Min. Lesezeit
    Weiterlesen
Wo fangen wir an?

Wo fangen wir an?

  • Ich baue ein neues Produkt.

    Web-/App-Entwicklung
  • Ich habe ein bestehendes System.

    SAP-/ERP-Integration
  • Ich möchte einen Prozess automatisieren.

    KI-Automatisierung
  • Ich möchte einfach nur eine Beratung.

    Erstgespräch

Leistungen

  • Unternehmenssysteme
  • Webentwicklung
  • KI-Automatisierung
  • Mobile App-Entwicklung

Tech-Stack

  • Web
  • Mobile
  • SAP / ERP
  • KI-Plattform

Unternehmen

  • Über uns
  • Fallstudien
  • Blog
  • Kontakt

Rechtliches

  • Datenschutzerklärung
  • Impressum
  • Cookie-Richtlinie
COREVANIX

Die Corevanix Kft. ist ein Technologiepartner mit Sitz in Budapest: SAP/ERP-Integration, Webentwicklung, KI-Automatisierung und mobile App-Entwicklung für Unternehmen in Ungarn und der EU.

© 2026 Corevanix Kft. Alle Rechte vorbehalten.

info@corevanix.com

Hauptsitz: Budapest, Ungarn