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Private Gesundheitsversorgung

Mobile Patienten-App für einen privaten Gesundheitsdienstleister

Eine React-Native-Cross-Plattform-App mit Terminbuchung, Download von Laborergebnissen und Push-Benachrichtigungen. 60 % der Termine erfolgen inzwischen über die App, die Callcenter-Auslastung sank um 24 %.

Dauer
14 Wochen
Team
3 Personen
Plattformen
iOS + Android
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Hintergrund

Wer der Kunde war und warum er sich an uns gewandt hat

Der Kunde ist ein ungarischer privater Gesundheitsdienstleister mit 8 Kliniken in Budapest, über 30 medizinischen Fachrichtungen und 15.000–20.000 aktiven Patienten. Das Web-Kundenportal funktionierte, aber ein wachsender Anteil der Patienten wünschte mobilen Zugriff, insbesondere für Terminbuchungen.

Der bestehende Ablauf: Webportal oder Anruf im Callcenter. Das Callcenter bearbeitete täglich 200–250 Anrufe, davon 60–70 % Routineanliegen (Buchen, Stornieren, Ändern). Das Ziel des Kunden: die Callcenter-Auslastung senken und die Patientenzufriedenheit steigern.

Herausforderung

Worin das konkrete Problem bestand

Mobile Apps im Gesundheitswesen bergen zwei ernsthafte Herausforderungen. (1) DSGVO und die ungarischen Vorschriften zur Verarbeitung von Gesundheitsdaten: Patientendaten sind besonders sensibel, Authentifizierung und Datenspeicherung sind streng reguliert. (2) Das Segment 60+ macht 35 % der Nutzerbasis aus — die UX muss für technisch weniger versierte Personen zugänglich sein, während das jüngere Segment ein hochwertiges Erlebnis erwartet.

Technisch lief das bestehende Kundenportal auf SQL Server mit einer .NET-API. Wir wollten die bestehende API nicht neu schreiben, aber einige neue Endpunkte waren nötig (Push-Token-Registrierung, Download von Laborergebnissen). Die mobile App und das Portal mussten unabhängig voneinander funktionieren.

Vorgehen

Wie wir gestartet sind

Wir entschieden uns für React Native, weil der Kunde keine doppelten Kosten für native Entwicklung wollte. Die Grenzen von React Native (Push-Benachrichtigungen, Kamera, biometrische Authentifizierung) lassen sich mit Expo-Modulen und bei Bedarf eigenen nativen Modulen gut abdecken.

Die Analysephase dauerte 3 Wochen, davon 1 Woche Nutzerinterviews im Segment 60+. Erkenntnisse: größere Schriftgrößen, höherer Kontrast, weniger modale Dialoge. In der Wireframe-Phase testeten wir zwei Versionen mit Papierprototypen an 8 Teilnehmenden.

Lösung

Was wir gebaut haben

Hauptfunktionen der React-Native-App: (1) Terminbuchung (Fachrichtung, Arzt, Zeit, Standort), (2) Liste bestehender Termine mit Änderungs- und Stornierungsoption, (3) Download und Inline-Anzeige von Laborergebnissen (PDF-Renderer), (4) Push-Benachrichtigungen (Terminerinnerung, Ergebniszustellung), (5) Profil- und Stammdatenverwaltung.

Die Backend-Integration läuft gegen die bestehende .NET-API plus 4 neue Endpunkte für mobilspezifische Funktionen. Die Authentifizierung nutzt Microsoft Entra ID (auch das Patientenportal verwendet dieses). Push-Benachrichtigungen laufen über OneSignal, mit Token-Registrierung, die bei jedem Login aktualisiert wird. Laborergebnisse sind im Ruhezustand verschlüsselt und nur innerhalb der laufenden Sitzung herunterladbar.

Technische Entscheidungen

Warum wir uns für diesen Stack entschieden haben

React Native vs. Flutter: Das Team des Kunden hatte React-Erfahrung (das Webportal basiert auf Next.js), sodass Code-Sharing und Teamablauf für React Native sprachen. Flutter war eine Option, aber die Lernkurve machte React Native zum Gewinner.

Expo vs. reines React Native: Wir starteten im Expo-Managed-Workflow und migrierten später zu Bare-React-Native, weil die native Modulintegration von OneSignal dies erforderte. Modulare Over-the-Air-Updates (Expo EAS Update) blieben erhalten — kleine Bugfixes gehen ohne Store-Einreichung in 10–15 Minuten live.

Firebase Crashlytics + Sentry: Crashlytics ist in der kostenlosen Stufe eingeschränkt; Sentry gruppiert Fehler deutlich besser. Wir nutzen beide parallel (Crashlytics eingebunden in die Play Console, Sentry im Entwickler-Dashboard).

Stolpersteine

Was im Projekt schwierig war

Erste Hürde: UX für das Segment 60+. Die Bottom-Sheet-Flows des MVP verwirrten Nutzer (es war nicht klar, wie man sie schließt). Wir ersetzten sie durch Vollbild-Modals mit einer expliziten „Schließen“-Schaltfläche — ein kleiner visueller Kompromiss gegenüber modernen UI-Konventionen, aber die UX-Tests wiesen in diese Richtung.

Zweitens: Der App-Store-Review lehnte die erste Einreichung ab, weil die Laborergebnis-Funktion in den Metadaten Formulierungen enthielt, die wie eine Medizinprodukt-Zulassungsaussage wirkten. Wir überarbeiteten den Text (Informationszugang, keine „medizinische Beratung“), und die zweite Einreichung wurde genehmigt.

Drittens: die Rate-Limits der Legacy-Endpunkte der .NET-API. Die Aktualisierung des Push-Tokens beim Login von allen Clients traf gleichzeitig ein — das Backend-Team führte eine warteschlangenbasierte Verarbeitung ein, weil eine Neuentwicklung nicht in den Scope passte.

Ergebnisse

Was das Projekt erreicht hat

Sechs Monate nach dem Launch: über 8500 aktive Nutzer, 45 % Adoption bezogen auf die Basis von 15.000–20.000 aktiven Patienten. 60 % der Termine werden über mobil gebucht (Callcenter 35 %, Webportal 5 %). Die Callcenter-Auslastung sank um 24 % (41 % bei Routinebuchungen).

Die Crash-free-User-Kennzahl liegt bei 99,7 % (Crashlytics + Sentry). App-Store-Bewertung 4,6/5 (über 2400 Bewertungen), Google Play 4,5/5 (über 1800). Die Adoptionsrate im Segment 60+ liegt bei 28 % (niedriger als die 52 % im jüngeren Segment, aber ohne die aus den Interviews gewonnenen Anpassungen wäre sie niedriger ausgefallen).

Stack

Eingesetzte Technologien

  • ReactReact Native
  • ExpoExpo
  • TypeScriptTypeScript
  • FirebaseFirebase
  • OneSignal
  • Sentry
  • FastlaneFastlane
  • Node.jsNode.js
Das UX-Testing im Segment 60+ war die richtige Entscheidung. Wir wollten ursprünglich 'eine moderne App' launchen, aber die tatsächliche Patientenzufriedenheit hing davon ab, ob sie auch von Menschen genutzt werden kann, die selten Apps öffnen.

CTO — Private Gesundheitsversorgung

Das Zitat steht stellvertretend für typisches Kundenfeedback; es handelt sich nicht um ein wörtliches Zitat.

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Die Case Studies basieren auf realen Projekten und wurden auf Wunsch unserer Kunden anonymisiert. Die Zahlen sind Näherungswerte; konkrete Geschäftsdaten bleiben vertraulich.

Wo fangen wir an?

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  • Ich baue ein neues Produkt.

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  • Ich habe ein bestehendes System.

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